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Presseartikel

Außergewöhnliche Forschung ausgezeichnet

3. Preisverleihung des Anton Fink Wissenschaftspreises für KI an der THD

7.5.2026 | THD-Pressestelle

Am Dienstag, den 5. Mai, fanden sich Vertretende der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) sowie Politiker und Unternehmende aus Niederbayern im Glashaus des ITC2 ein, um der Verleihung des mit 10.000 Euro dotierten Anton Fink Wissenschaftspreises für Künstliche Intelligenz beizuwohnen. Unter 26 Bewerbungen wurden zwei Preistragende ausgezeichnet, deren wissenschaftliche Errungenschaften gleichermaßen beeindruckend sind. Zum einen Caroline Haslebacher, die im Rahmen einer NASA-Mission ein Mapping-System für Oberflächenstrukturen des Jupitermondes Europa entwickelt hat. Zum anderen Lennart Karstensen, dessen Arbeit neue Erkenntnisse zur Automatisierung von endovaskulären Eingriffen hervorgebracht hat.

Nach der Eröffnung durch Prof. Dr. Markus Mayer, Juryvorsitzender des Wissenschaftspreises, richteten auch hohe Gäste aus der Politik dankende Worte an die Preistragenden. Rainer Haselbeck, Regierungspräsident von Niederbayern, Landrat Bernd Sibler aus Deggendorf und Oberbürgermeister Dr. Christian Moser lobten den verantwortungsvollen Umgang mit der modernen Technologie. Alle drei betonten, dass Künstliche Intelligenz wichtig für den Fortschritt in Niederbayern sei. Haselbeck und Sibler gingen dabei auch auf die Bedeutung der Hochschulen ein, denn diese sollen jungen Menschen die richtige Handhabung der Technologie beibringen. Oberbürgermeister Moser dankte vor allem dem Stifter des Preises, Apotheker Anton Fink, da dieser helfe, die Zukunft der Region aktiv mitzugestalten.

Fink selbst erzählte von dem Hintergrund des verliehenen Preises: Nachdem er bereits eine Stiftung für einen internationalen Studierendenaustausch gegründet hatte, wollte er der Hochschule in Deggendorf etwas Gutes tun. Gleichzeitig fragte er sich, was genau KI eigentlich ist und wozu man sie verwenden kann. Aus diesen Überlegungen sei die Idee zum Anton Fink Wissenschaftspreis für Künstliche Intelligenz entstanden, der nun bereits zum dritten Mal verliehen wurde. Prof. Waldemar Berg, Präsident der THD, dankte Anton Fink in diesem Rahmen für dessen langjährige und bedeutende Unterstützung.

Anschließend stellten die Preistragenden in jeweils 20 Minuten langen Vorträgen ihre Projekte vor. Den Anfang machte Dr. Caroline Haslebacher, die erklärte, wie ihr System LineaMapper mithilfe von Deep Learning die linearen Strukturen auf Bildaufnahmen des Jupitermonds Europa farblich kennzeichnet. Das KI-gestützte Programm schafft es, ein Foto innerhalb von 18 Sekunden auszuwerten und zu markieren, während Dr. Haslebacher selbst vier Stunden für diese Aufgabe bräuchte. Die eingesparte Zeit wird es bei der bevorstehenden NASA-Mission „Europa Clipper“ ermöglichen, die neugewonnenen Daten deutlich schneller zu verarbeiten.

Dr. Lennart Karstensen nutzte Künstliche Intelligenz in seiner Arbeit für den medizinischen Bereich. In virtuellen Simulationen trainiert das System eigenständig, den Draht für endovaskuläre Eingriffe durch einen Aortenbogen an sein Zeil zu führen. Das Besondere dabei: Die Blutgefäße jedes Menschen sind einzigartig, weshalb es keinen allgemeingültigen Lösungsweg gibt. Das System muss daher lernen, mit welcher Methode es sein Ziel schlussendlich erreichen kann. Die Simulation liefert vielversprechende Ergebnisse, die auch in einem haptischen 3D-Modell erreicht werden konnten. Durch solche intelligenten Assistenzsysteme wird eine bessere Versorgung von Patienten gewährleistet, da mit ihrer Hilfe beispielsweise auch weniger erfahrene Ärzte endovaskuläre Eingriffe durchführen könnten.

Prof. Dr. Markus Mayer zeigte sich erfreut über die verschiedenen Anwendungsgebiete der Künstlichen Intelligenz. „Das wissenschaftliche Feld der KI lässt mich hoffen: Viele der eingereichten Arbeiten beschäftigen sich mit der praktischen Anwendung von KI-Systemen, die menschliche Arbeit wirklich sinnvoll beschleunigen, ergänzen und unterstützen kann. Und das zumeist durch das direkte Arbeiten auf den echten Eingabe- und Zieldaten – ohne zweifelhafte Umwege über Large Language Modelle und Sprache”, so der Professor für Angewandte Informatik an der THD. Abschließend wurde der Preis von Prof. Berg an Dr. Haslebacher und Dr. Karstensen überreicht.

Bild (THD): Über die erfolgreiche Veranstaltung freuen sich Preisstifter Anton Fink, Dr. Lennart Karstensen, Dr. Caroline Haselbacher, Prof. Waldemar Berg (mittig, von links) und Prof. Dr. Markus Mayer (links).