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Presseartikel
Bild (THD): Gemeinsam Fachkräfte gewinnen, gemeinsam Zukunft gestalten: Unter diesem Motto stand das GrenzKompass-Treffen des European Campus der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) und der Fachhochschule Oberösterreich (FHOÖ). Zum Abschluss diskutierten am Podium (von links) Prof. Dr. Stefan Sunzenauer (FHOÖ-Dekan International Programs), THD-Präsident Prof. Waldemar Berg, Moderatorin Manuela Wehrle, Tobias Cziudaj (Geschäftsführer operativ Agentur für Arbeit Passau) und Nicole Danninger (stv. Geschäfststelleinleiterin Arbeitsmarktservice Ried/Innkreis).

Talente für Niederbayern und Oberösterreich

Projekt-Treffen: GrenzKompass zielt darauf ab, internationale Fachkräfte zu integrieren – Deutschkenntnisse wichtig
26.10.2026 | THD-Pressestelle

Das Projekt GrenzKompass beschäftigt sich damit, Fachkräfte für die bayerisch-österreichische Grenzregion zu gewinnen und zu halten. Die Initiative des European Campus der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) und der Fachhochschule Oberösterreich (FHOÖ) stellte bei einem Netzwerk-Treffen in Geinberg im Innviertel die entwickelten Konzepte vor. So wird für die internationalen Studierenden ein gemeinsamer Talent-Arbeitsmarkt geschaffen.

Mit von der Partie waren rund 50 Vertreter aus Wirtschaft, von öffentlichen Einrichtungen und den Hochschulen. Alle setzen voraus: Deutschland und Österreich sind auf neue Fachkräfte angewiesen. Auf dem Podium machte THD-Präsident Prof. Waldemar Berg von „Deutschlands internationalster Hochschule“ klar: „Gerade im ländlichen Raum suchen die Firmen Absolventen, die alltagstauglich Deutsch sprechen.“ Deshalb werde dem Sprachunterricht im Studium mehr Platz eingeräumt. Zudem bewähren sich Berg zufolge Tandem-Programme bei der Integration.

Prof. Dr. Stefan Sunzenauer (FHOÖ-Dekan International Programs) berichtete vom neu bestellten Integrationsmanager für die Schnittstelle zwischen Hochschule und Unternehmen. Zudem vermeldete der Wissenschaftler: „Auch etwa zwei Drittel der Absolventen aus Deutschland beginnen, in Österreich zu arbeiten.“

Potentiale ausschöpfen

Tobias Cziudaj (Geschäftsführer Agentur für Arbeit Passau) umriss das Problem der Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Zu einer gelungenen Integrationskultur zählen ihm zufolge auch weiche Faktoren, zum Beispiel entstehendem Heimweh entgegenzuwirken. Nicole Danninger (Arbeitsmarktservice Ried/Innkreis) bestätigte: „Wer die deutsche Sprache nicht kann, schöpft seine Potentiale nicht aus.“ Unternehmen riet sie, „Mitarbeiter bereits während ihres Studiums an sich zu binden“.

Vorab bemerkte Christine Lindmeier (Wirtschaftsforum Region Passau), „dass es außerhalb der Großstädte schwieriger ist, Fachkräfte-Nachwuchs zu binden“.  Zur Willkommenskultur zählt ihr zufolge, bei bürokratischen Hindernissen, beim Finden einer Wohnung und beim Erlernen der deutschen Sprache zu unterstützen.

Roland Zachhalmel (Deloitte Wirtschaftsprüfung Oberösterreich) umriss die Unterschiede bei Recht und Steuern für EU- und Nicht-EU-Ausländer. Über den regionalen Tellerrand blickte Egbert Ulrich. Der Leiter der Task Force für Grengänger in der Region Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Belgien kämpft dort für Mobilität.

Erfreuliche Erfolge

Zu bereits geschriebenen Erfolgsgeschichten zählt die von THD-Absolvent Abdallah Aburamman. Der junge Mann aus Jordanien studierte in Pfarrkirchen und Deggendorf und arbeitet heute als Software-Projektleiter. Von weiteren ermunternden Beispielen sowie Dialektkursen erzählte der von Evelyn Hetzinger (Initiative Lebensraum Innviertel) eingespielte Filmbeitrag. Moderatorin Manuela Wehrle fasste zusammen: „Gemeinsam soll den internationalen Talenten geholfen werden, eine Will-bleiben-Kultur auszubilden.“

Den Rahmen für den GrenzKompass liefert der vor sechs Jahren gegründete Europäische Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) zwischen dem European Campus der THD und der FHOÖ (firmiert ab 2027 als University of Applied Sciences Upper Austria). Der EVTZ hat seinen Sitz in Pfarrkirchen. Die Leitung liegt in den Händen von PD DI Dr. Michael Affenzeller (FHOÖ) und European-Campus-Dekan Prof. Dr. Christian Steckenbauer.

Um das Tagesgeschäft kümmert sich die wissenschaftliche Mitarbeiterin Irina Dreiling, auch was den GrenzKompass betrifft. Dieses Projekt läuft bis Ende dieses Jahres und wird durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat gefördert. Unternehmen und internationale Studierende finden ab sofort auf folgenden Websites Informationen, Beratungsangebote und Kontakte für den Weg in den Arbeitsmarkt beiderseits des Inns: https://ecsr-bayern-oesterreich.eu