Alumni Abend des Silicon Valley Program der THD
25.6.2026 | THD-Pressestelle
Am Campus Oberschneiding der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) fand am Mittwochabend, den 17. Juni, das Treffen der Alumni des Silicon Valley Program statt. Rund 60 Teilnehmende tauschten sich über ihre Erfahrungen, Geschäftsideen und Erfolge aus. Ein Höhepunkt des Abends: Fünf bayerische Startups berichteten von ihren eigenen Erlebnissen im Rahmen des Programms.
Wie wird aus einer Technologie ein Unternehmen? Was hat das Programm wirklich gebracht? Welche Schwierigkeiten mussten die Teams bewältigen? Antworten auf diese Fragen boten moderierte Gespräche mit ehemaligen Teams des Silicon Valley Program. Von einer kurzen Vorstellung des Unternehmens über erreichte Meilensteine bis zu Fragen aus dem Publikum hatten die Referierenden gut jeweils 20 Minuten Zeit, um den Teilnehmenden von ihren eigenen Erfahrungen zu erzählen.
Von Neuorientierung, Finanzierung und Übernahmeangeboten
Den Anfang machte ReBricker, ein Unternehmen aus Simbach bei Landau, das ungenutzten Klemmbausteinen ein zweites Leben geben möchte. Steine, die im Keller oder auf dem Dachboden stehen, werden zu neuen Sets sortiert – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit. Was zu Beginn des Programms nach Nischenangebot klang, ist mittlerweile zu einer aktiven digitalen Plattform geworden.
Die brainjo GmbH aus Regensburg berichtete von ihrer Neupositionierung: Ursprünglich im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagement gestartet, stellt das Unternehmen nun eine innovative Virtual-Reality-Plattform für evidenzbasierte Therapien. Dass sich dieser Schritt gelohnt hat, zeigt eine Finanzierung von mehr als zwei Millionen Euro.
Eine weitere Erfolgsstory erzählte aipama: Das Viechtacher Startup kann als Payroll-Dienstleister mittlerweile über 1.500 Unternehmenskunden vorweisen. Das Team betonte, dass der Einblick in die amerikanische Startup-Kultur maßgeblich dabei geholfen habe, in größeren Dimensionen zu denken. Übernahme- und Investmentangebote aus den USA lehnten die Gründenden trotzdem ab.
Vom Gründungsteam mit einem Mitarbeitenden zu rund 50 Angestellten: Das ist nur einer der Erfolge des Deggendorfer Unternehmens PartSpace. Was 2015 als Studienprojekt an der THD begann, wurde über die Masterarbeit zum Businessmodell, durchlief Gründungsberatung und das EXIST-Förderprogramm und führte schließlich zur eigentlichen Gründung. Heute hat das Unternehmen für seine KI-Software für technische Einkauf- und Kostenanalyse in einer Finanzierungsrunde 13 Millionen Euro eingesammelt.
Als Letztes berichtete das Team der Killwatt GmbH aus Tirschenreuth. Vor fünf Jahren hegten Mentoren noch Zweifel an dem Erfolg der Geschäftsidee. Prof. Peter Schmieder, Architekt des Programms und Leitung des Campus Oberschneiding, sowie ein Partner im Silicon Valley sahen jedoch großes Potenzial. Mittlerweile zählt Killwatt als Startup zu einem der innovativsten Unternehmen Deutschlands in seiner Branche.
Ein Netzwerk für die Skalierung
Trotz unterschiedlichster Ausgangssituationen bei Beginn des Silicon Valley Program stimmten die Teams am Alumni Abend bei einer Erkenntnis überein: Die wertvollsten Lektionen entstehen nicht auf der Bühne, sondern in den Jahren danach, wenn aus einer Idee tatsächlich ein Unternehmen wachsen muss. Das Ziel des Silicon Valley Program ist, die Teams bei ebendieser kritischen Phase zwischen technischer Reife und Markterfolg zu begleiten. Der Schlüssel liegt dabei im Netzwerk des Programms. „Für fast jedes Thema gibt es eine Person, die über die passende Expertise verfügt“, so Schmieder. Genau darin liege die Stärke des Silicon Valley Program, wenn junge Unternehmen den Schritt der Skalierung gehen.
Bild (THD): Prof. Peter Schmieder (mittig links) von der THD moderiert die Gesprächsrunde mit Robert Hilmer (mittig rechts), Co-Founder und Geschäftsführer von PartSpace.